Infanterie

Während unserer Recherche zum Thema Infanterie viel uns schnell auf, dass es sehr wenig direkte, moderne Literatur zum Thema Infanterie gibt. Der gemeine Fußssoldat wird im hochmittelalterlichem Kontext eher als Randbemerkung erwähnt als wirklich ausführlich erklärt, was zweifelsohne damit zusammenhängt, dass das 12. und 13. Jahrhundert als die Hochzeit der Reiterei gilt und der militärische Wandel im Spätmittelalter erst bevorstand.

Die Infanterie im Zeitgeschehen

Dennoch gibt es in zeitgenössischen Berichten zu Schlachtverläufen genug Hinweise, dass ausreichend Fußvolk anwesend und von taktischer Bedeutung war. Bei der Schlacht von Legnano im Jahre 1176 war es die Infanterie, die unter schweren Verlusten, eine menschlichen Wall bildeten und solange ausharrten bis frische Truppen aus Breszcia und Mailand eintreffen und die kaiserlichen Truppen zurück werfen konnten.

Bei der Schlacht von Bouvines war es das französiche Fußvolk welches den Kampf im Zentrum eröffnete und es war wiederrum das sächsische Fußvolk welchem es gelang bis zu König Philipp II. von Frankreich vorzudringen und als die Kaiserlichen schon geflohen waren hielt nur noch der Verband der Brabanzonen in enger Formation das Feld, auch wenn sie letztendlich von der Übermacht nieder gemacht wurden.

Bei der Schlacht von Worringen gelag es den bischoftreuen Truppen die Stadtmiliz in die Flucht zu schlagen welche aber unter dem Patrizier Gerhard Overstolzen, der abgesessen und an der Seite der Bauern- und Kölner Miliz ein erneutes Eingreifen organisierte, wieder in das Geschehen geführt worden waren, auch wenn sie hier aus Kenntnismangel der Wappen, auf Freund und Feind gleichwohl einschlugen.

All diese Berichte weisen auf die Anwesenheit von Infanterie hin und betrachtet man sich die taktischen Illustrationen wird schnell ersichtlich, dass die Infanterie meist als stehende Komponent eingesetzt wurde. Sie war auf dem Kriegszug für die Sicherung des Tross und der Beute verantwortlich während die berittenen Truppen auf Raubzug im Feindesland ging. Formationsabbildungen der Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert beschreiben regelrechte menschliche Burgen aus Fußsoldaten in deren Mitte die Reiterei ausruhen und in das Kampfgeschehen eingreifen konnten. Andere Berichte, wie die Schlacht von Legnano weißen auf zwei Reihen Spießer, einer dritten Reihe leichter Infanterie und einer Letzten aus Armbrustschützen hin, welche der kaiserlichen Reiterei stand hielten.

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